Trinkgeld ist in Thailand keine Pflicht und wird keineswegs so erwartet wie beispielsweise in den USA. Es gibt hier keine automatische 15–20%-Regel. Ein kleines Trinkgeld für guten Service wird geschätzt, aber den Rechnungsbetrag aufzurunden oder das Kleingeld liegenzulassen ist völlig normal – und niemand wird schlecht von dir denken, wenn du gar nichts gibst.
Die Kurzfassung: Gib ein wenig Trinkgeld, wenn der Service gut ist, verzichte ohne schlechtes Gewissen darauf, wenn er es nicht ist, und fühle dich niemals unter Druck gesetzt. Hier erfährst du, wie es in den verschiedenen Situationen abläuft.
Street Food und einfache Lokale
An Straßenständen, Nachtmärkten und einfachen Nudelküchen wird kein Trinkgeld erwartet. Du zahlst den angegebenen Preis, lächelst und sagst khop khun (ขอบคุณ) – danke. Das ist schon alles.
Wenn du in einem einfachen Restaurant ein paar Baht aufrunden möchtest, ist das eher eine freundliche Geste als eine Pflicht. Die Münzen aus dem Wechselgeld liegenzulassen, ist dabei die gängigste Methode.
ขอบคุณครับ
khop khun krub
Danke (männlicher Sprecher)
ไม่ต้องทอนครับ
mai tong ton krub
Stimmt so / Behalten Sie das Wechselgeld (männlicher Sprecher)
mai tong ton (ไม่ต้องทอน) bedeutet wörtlich „Wechselgeld nicht nötig“. Männer fügen krub hinzu, Frauen sagen mai tong ton ka. Das ist der natürlichste Weg, überall dort Trinkgeld zu geben, wo man Wechselgeld zurückbekommt.
Restaurants mit Tischbedienung
In einem Restaurant mit Bedienung sind etwa 10 % für guten Service großzügig und willkommen – aber immer noch keine Pflicht. Viele mittlere und gehobene Restaurants erheben bereits eine Servicegebühr (Service Charge) von etwa 10 % auf die Rechnung. Wenn das der Fall ist, ist das bereits das Trinkgeld, und du musst nichts mehr hinzufügen.
Bevor du 10 % hinzurechnest, prüfe die Rechnung auf eine Zeile mit der Aufschrift „Service Charge“ (oft als 10 % ausgewiesen). Wenn diese bereits aufgeführt ist, hat deine Bedienung ihr Trinkgeld erhalten. Ein wenig zusätzliches Kleingeld obendrauf ist eine nette Geste, wird aber nie erwartet.
Taxis und Tuk-Tuks
Bei Taxis mit Taxameter ist es üblich, auf einen runden Betrag aufzurunden. Wenn das Taxameter 72 Baht anzeigt, gibst du 80 Baht und verzichtest mit einem mai tong ton auf das Wechselgeld. Schon hast du wie ein Einheimischer Trinkgeld gegeben.
Tuk-Tuk-Preise werden vor der Fahrt vereinbart – siehe Feilschen in Thailand –, sodass am Ende nichts mehr hinzugefügt werden muss.
Hotels, Spas und Massagen
Hier bedeutet ein kleines Trinkgeld am meisten, da die Löhne bescheiden sind und der Service sehr persönlich ist. Für einen Hotelportier sind 20–50 Baht pro Gepäckstück ein übliches Dankeschön. Für das Reinigungspersonal ist es aufmerksam, 20–50 Baht pro Tag zu hinterlassen – am besten täglich, da die Person am Abreisetag vielleicht nicht dieselbe ist, die dein Zimmer gereinigt hat.
Nach einer guten Stunde traditioneller thailändischer Massage sind 50–100 Baht ein normales und geschätztes Trinkgeld. In einem schöneren Spa ist es passend, aufzurunden oder etwa 10 % zu geben.
Da Trinkgelder hier eher Gesten als Verpflichtungen sind, ist das Wie genauso wichtig wie das Wie viel. Übergib das Geld mit einem Lächeln oder lass es auf dem Tisch liegen und verbinde es mit einem herzlichen khop khun. Diese kleine Höflichkeit bleibt weitaus länger in Erinnerung als die Münzen.
Wo Trinkgeld keinen Sinn ergibt
In Supermärkten wie 7-Eleven, an Fast-Food-Theken, an Fahrkartenschaltern oder bei Taxifahrten, bei denen du bereits aufgerundet hast, gibt man kein Trinkgeld. Thailand funktioniert in Sachen Trinkgeld einfach anders als manche westliche Länder. Im Zweifelsfall sind ein Lächeln und ein khop khun immer völlig ausreichend.
Lerne weiter Thailändisch
Ein paar Baht und ein ehrliches khop khun bewirken in Thailand viel. Lerne die Zahlen, damit du selbstbewusst aufrunden kannst – unser kostenloser Leitfaden für thailändische Zahlen deckt die Zahlen von eins bis hundert schnell ab. Übe die Sätze anschließend mit Audio und Spaced Repetition in der Pretalk-App.