Die englische Rechtschreibung ist deshalb so seltsam, weil sie einem Museum gleicht. Die Wörter though, through, tough und thought teilen sich dieselben vier Buchstaben — ough — und keines von ihnen reimt sich, weil die englische Rechtschreibung vor Jahrhunderten eingefroren ist, während sich die Laute ständig weiterentwickelten. Sie haben es hier nicht mit einem fehlerhaften System zu tun, sondern mit lebendiger Geschichte.
Wenn Sie sich wegen der englischen Rechtschreibung schon einmal dumm vorgekommen sind, können Sie sich entspannen: Sie frustriert auch Muttersprachler, und Buchstabierwettbewerbe gibt es im Englischen genau deshalb, weil die Schreibweise so unvorhersehbar ist. Hier erfahren Sie, wie es dazu kam — und wie Sie das Chaos meistern.
Eine Schreibweise, sechs Laute
Der berühmteste Unruhestifter ist ough. Schauen Sie mal, wie er sein Gewand wechselt:
| Wort | Klingt wie |
|---|---|
| though | "thoh" |
| through | "throo" |
| tough | "tuff" |
| thought | "thawt" |
| cough | "coff" |
| bough | "bow" (reimt sich auf "cow") |
Sechs Wörter, eine Schreibweise, sechs verschiedene Laute. Keine Regel erklärt sie — man muss ihnen einfach nacheinander begegnen, wie anstrengenden Verwandten.
Wie es dazu kam
Drei große Kräfte haben dieses Museum erbaut.
Das Englische hat von allen Seiten entlehnt. Nach 1066 brachten französischsprachige Herrscher französische Wörter ins Englische; Gelehrte fügten später lateinische und griechische hinzu und behielten deren fremde Schreibweisen bei. Deshalb endet ballet auf ein stummes t und psychology beginnt mit einem stummen p — die Wörter haben ihre alten Pässe einfach behalten.
Die Laute veränderten sich, die Schreibweise blieb. Ungefähr zwischen den Jahren 1400 und 1600 machte die englische Aussprache einen gewaltigen Wandel durch — die Vokale verschoben sich im gesamten Sprachraum. Doch der Buchdruck war gerade erfunden worden, und Bücher fixierten die Schreibweisen bereits auf dem Papier. Die Rechtschreibung hielt die alten Laute fest, und die gesprochene Sprache entwickelte sich einfach weiter.
Niemand hatte das Sagen. Einige Sprachen haben eine offizielle Akademie, die die Rechtschreibung von Zeit zu Zeit aufräumt. Das Englische hatte das nie. Seine Rechtschreibung ist ein jahrhundertealter, durch Crowdsourcing entstandener Kompromiss, den niemand entworfen hat und den niemand vollständig reformieren kann.
Stumme Buchstaben sind oft Fossilien von Lauten, die man früher tatsächlich ausgesprochen hat. Das k in knee und knight wurde einst gesprochen — "k-nee", "k-nicht" — und das gh in night war ein Kehllaut. Die Buchstaben blieben als kleine Denkmäler dafür stehen, wie das Englische früher einmal klang.
Die gute Seite des Chaos
Es klingt seltsam, ist aber wahr: Das Chaos liefert Informationen. Die Schreibweise zeigt oft die Familie eines Wortes, selbst wenn die Aussprache sie verbirgt — sign behält sein stummes g wegen signature, und muscle behält sein stummes c wegen muscular. Sobald man Wortfamilien erkennt, ergeben einige stumme Buchstaben plötzlich Sinn.
Und weil sich Rechtschreibung und Aussprache schon vor langer Zeit getrennt haben, beurteilen Englischsprecher die Rechtschreibung in informellen Texten sehr nachsichtig. Die Autokorrektur gibt es aus gutem Grund, und jeder benutzt sie.
Wie man als Lernender überlebt
Die praktische Strategie ist kurz und nachsichtig.
Lernen Sie Wörter zuerst über den LAUT, also mit Audio, und betrachten Sie die Schreibweise als ein Bild, das Sie nachträglich hinzufügen — vertrauen Sie niemals darauf, dass die Buchstaben Ihnen den Laut verraten. Wenn Sie ein neues Wort lernen, sprechen Sie es ein paar Mal laut aus, bevor Sie sich merken, wie es aussieht. Genau aus diesem Grund vermittelt die Pretalk-App jede Redewendung mit Audio.
Ein paar weitere Gewohnheiten helfen. Lernen Sie die -ough-Wörter als Einzelfälle, nicht als Muster. Achten Sie auf Wortfamilien (sign/signature), anstatt gegen einzelne Wörter anzukämpfen. Und lassen Sie beim Schreiben die Rechtschreibprüfung ihre Arbeit tun — Muttersprachler tun das auch.
Beurteilen Sie Ihr Englisch nicht nach Ihrer Rechtschreibung. Viele fließend und selbstbewusst sprechende Menschen schreiben nicht perfekt, und das englische Alphabet ist ehrlich gesagt eher eine grobe Skizze seiner Laute als eine originalgetreue Abbildung. Klar zu sprechen ist weitaus wichtiger, als perfekt zu schreiben.
Lernen Sie weiter Englisch
Die englische Rechtschreibung ist ein Museum, das man lieben lernt — voller französischer Gäste, eingefrorener Laute und stummer Denkmäler. Lernen Sie die Wörter zuerst über das Gehör mit Audio und zeitlich versetzter Wiederholung (Spaced Repetition) in der Pretalk-App kennen, und entdecken Sie dann in unseren kostenlosen englischen Grammatik-Leitfäden, wie die Sprache aufgebaut ist. Die Seltsamkeit verschwindet nie ganz, aber Ihre Gelassenheit im Umgang mit ihr wächst.